Chronik

Aus der Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum:


Wenn auch der Gedanke an Brandverhütung und Feuerschutz sicher so alt ist wie der Ort Luhe selbst, so findet sich doch nirgends in den Akten ein Hinweis, dass vor dem 3. Viertel des vorigen Jahrhunderts im Markt Luhe eine organisierte Feuerwehr bestanden hat. In einem Akt der Regierung der Oberpfalz über den Stand der Freiwilligen Feuerwehren im Regierungsbezirk der Oberpfalz (Reg. Abg. 1949 Nr. 5056) liegt ein Bericht des Bezirksamtes Neustadt/WN vom 14. Mai 1898 vor, wonach die Freiwillige Feuerwehr Luhe am 2. Januar 1878 gegründet wurde. Dasselbe Datum ist auch im Verzeichnis der Freiwilligen Feuerwehren des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes nach dem Stand vom 1. Mai 1898 aufgeführt.

Danach ist die Gründung in einer Urkunde festgehalten, in der „unter dem allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern der Freiwilligen Feuerwehr Luhe die Mitgliedschaft im bayerischen Landesfeuerwehrverband und die Eintragung in die Grundliste vom 2. Januar 1878 bestätigt wird.“

Das Leben unserer Wehr spielte sich auf drei Ebenen ab, von denen zunächst die Praxis genannt werden sollte: die Brandbekämpfung und die dazu notwendigen Übungen. Die organisatorischen Vorbedingungen dazu wurden sodann in den Versammlungen, bei denen naturgemäß die jährliche Generalversammlung im Januar einen besonderen Platz einnimmt, geschaffen. Schließlich waren es die gesellschaftlichen Zusammenkünfte, wie Bälle, Feste, aber auch Beerdigungen, die die Wehr zu einer einigen Kameradschaft zusammenschlossen. Was aus diesem lebendigen Wirken über das Tagesinteresse herausragt, soll nun in dieser Chronik der Freiwilligen Feuerwehr festgehalten werden.

Vereinslokal in ruhigen wie in stürmischen Tagen war, soweit man die Geschichte zurückverfolgen kann, der Gasthof Herdegen in Luhe.

Über den Verlauf der Gründungsversammlung am 2.1.1878 ist nur bekannt, dass erster Vorstand Michael Reichenberger und erster Kommandant Kamerad Martin Siegert waren.

Über die folgenden Jahrzehnte bis 1934 liegen leider kaum Aufzeichnungen vor, so dass die sicherlich interessante Entwicklung bis zum Jahre 1934 weitestgehend im Dunkeln bleibt.

1880
Am 15. September bricht im Nachbarort Oberwildenau ein Brand aus, den die Wehren aus Luhe, Rothenstadt und Schirmitz gemeinsam bekämpfen.

1893
Am 14. Mai wird in Luhe der Bezirksfeuerwehrtag abgehalten. Am 2. Juli bricht im Stadel des Ökonomen Fischer in Pirk ein Feuer aus. 3 Wohngebäude, 5 Stadel und 4 Schupfen fielen dem Brand zum Opfer. Am 9. Juli wurde die Luher Wehr zu einem Großbrand nach Weiden gerufen. (Annemarie Krauß, Feuer und Wasser …, Weidener Heimatkalender Arbeiten, Bd. 22, Seite 20: „Die größten Feuerwehreinheiten der Feuerwehren des Umlands stellten Pressath und Luhe mit je 42 Mann“.) Am 20. und 28. Juli brechen erneut in Weiden Großbrände aus. Auch hier eilt die Luher Wehr zur Hilfe.

1911
Durch einen Blitzschlag am 18. Mai im Ortsteil Meisthof fängt das Anwesen Graf Feuer. Drei Gehöfte brannten fast vollständig ab.

1925
Am 8. August nachts gegen halb 12 Uhr fuhr der Schnellzug München-Berlin infolge Überfahrens der Haltesignale in Wernberg in der Nähe der Haltestelle Luhe auf einen Güterzug auf. Von diesem wurden 14 Wagen fast vollständig zertrümmert. Vom Schnellzug fielen die ersten Wagen um. Bei diesem Unglück waren zwei Tote zu beklagen. Eine größere Anzahl von Fahrgästen und vom Zugpersonal wurde mehr oder minder schwer verletzt. Ein Eisenbahnvorarbeiter wurde noch bei den Aufräumarbeiten überfahren.

1928
Das 50-jährige Gründungsfest wird auf dem Koppelberg recht glanzvoll gefeiert. Am 09. August ereignet sich die für den Markt größte Brandkatastrophe.

1932
Am 30.Dezember brannte der Stadel des Anwesens Wiesenbauer in der Regensburger Straße ab. Die Ausbreitung des Brandes konnte verhindert werden.

1934
In diesem Jahr stehen Franz Herdegen als Vorstand und Josef Schmerber als Kommandant an der Spitze der Feuerwehr. Herausragendes Ereignis dieses Jahres war eine große Schauübung am Kirchturm während der Feuerschutzwoche

1935
Im folgenden Jahr 1935 machte sich auch in der Feuerwehr der Einfluss Adolf Hitlers und seines Regimes bemerkbar: Aus der Generalversammlung wird der Generalappell, bei den vorgeschriebenen sechs Übungen werden neben Fuß- und Geländeübungen auch Angriffsübungen verlangt. Die Feuerwehr wird mit dem Luftschutz (1935 schon!) beauftragt, „da Feuerwehr Wehrorganisation ist.“ Neben der Freiwilligen Feuerwehr bestand jetzt auch die Pflichtfeuerwehr für alle Männer ab 45 Jahren.

1937
Der Jahresbeitrag beträgt für aktive Feuerwehrmänner 0,80 Reichsmark, für passive 0,50 RM. Die Feuerwehr wird zu Sammlungen für das Winterhilfswerk herangezogen. Anstatt mit dem Spruch: „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr“ endet der Jahresbericht zum erstenmal: „Und so schließen wir das Jahr 1937 mit dem deutschen Gruß Heil Hitler.“

1938
„Den höchsten polizeilichen Einsatz leistete unsere Wehr 1938, als der Herr Ungarische Staatsverweser von Horty durch unsere Ostmark fuhr. Die Wehrmänner bewachten den Bahnkörper und sperrten den Bahnhof bei „strömendem Regen“. Als am 14.09. in Meisthof ein Brand ausbrach, war zunächst kein Gespann aufzutreiben und erst nach großem Zeitverlust konnte die Motorspritze mittels Pferdegespann an den Brandort gebracht werden. Daraufhin gelang es Bürgermeister Johann Post einen Kraftwagen mit Anhänger zu beschaffen.

1939 bis 1945
In den Jahren 1939 bis 1945 werden fast alle Wehrmänner eingezogen, die Feuerwehr ruht, die Chronik schweigt.

1946
Am Sonntag, 14. Juli, beteiligt sich die Luher Wehr bei den Löscharbeiten am Großbrand auf dem Verladebahnhof Weiden. Mehr als eine halbe Million Liter Benzin flogen damals in die Luft!

1949
Nach dem Krieg und in den ersten Nachkriegsjahren erwacht 1949 die Feuerwehr wieder zu neuem Leben. Auch unter den Wehrmännern hielt der Tod furchtbare Ernte: Zehn Kameraden mussten im Krieg ihr Leben lassen. Beim Neubeginn führen Vorstand Thomas Hammerl und 1. Kommandant Josef Schmerber die Freiwillige Feuerwehr Luhe.

1950
1950 wird die Feuerschutzabgabe eingeführt und mit dem Betrag werden 90 m B-Schläuche gekauft.
Übung mit der Trakkraftspritze an der Luhe

1951
Ab 1951 finden nach den Bestimmungen des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehr nur mehr alle 5 Jahre Vorstandswahlen statt. Neuer Vorstand und Kommandant wird Josef Schmerber. Die Übungen werden zum Teil um 24 Uhr abgehalten. Bei einem großen Waldbrand am Kahlschlag leistet die Wehr einen wirkungsvollen Einsatz.
Das erste Fahrzeug der Wehr mit dem TSA

1953
Als am 2. August die neue zentrale Wasserleitung eingeweiht wird, wird auch unserer Feuerwehr die Arbeit erleichtert. Als Dank dafür hielt sie eine große Schauübung ab, die von der Bevölkerung mit regem Interesse besucht wurde.

In den Jahren 1954-55 ist außer der Routinearbeit in Ausbildung und Vereinsleben nicht Bemerkenswertes zu berichten.

1956
1. Vorstand Josef Schmerber bat, aus Altersgründen, von einer Wahl zum 1. Kommandanten abzusehen. Neuer Kommandant wurde Hans Hirmer sen.. Zwei Brände, bei Kick in Forsthof und bei Hans Bayerl und Josef Frimberger in Luhe, forderten das ganze Geschick unserer Wehr, um größeres Unheil zu vermeiden.

1957
Im April 1957 erhielt unsere Wehr die neue Motorspritze Magirus TS 8/8. Kaum dass sich die Löschgruppen mit dem Gerät vertraut gemacht hatten, mussten sie bei einem Großbrand in der Brauerei Schwab, Pirk, ihre erhöhte Schlagkraft mit der neuen Motorspritze unter Beweis stellen.

1961
Kommandant Hirmer tritt aus Altersgründen zurück. An seine Stelle rückt Anton Schimetschek.
In diesem Jahr gibt es eine Umstellung in der Alarmierung. Die gute alte Glocke, die Jahrhunderte lang Kunde von Brandkatastrophen gab, erhält den verdienten Ruhestand. An ihrer Stelle alarmiert nun die Sirene, die auf dem Rathaus installiert ist, die Wehr.

1962
Das Jahr 1962 war von zwei schrecklichen Unglücksfällen gekennzeichnet: Am 22. Juli brach ein Großbrand in Meisthof (Graf und lrlbacher) aus, bei dem große Teile der Gehöfte in Schutt und Asche versanken. Außerdem wurde die Wehr nach Grünau gerufen, wo drei Kinder der Familien Ermer und Müller den Tod durch Ertrinken fanden. Erst als die Feuerwehr die Kiesgrube teilweise ausgepumpt hatte, konnten die Leichen geborgen werden. In diesem Jahr wurde auch die Landpolizeistation Luhe aufgelöst. Seitdem übernimmt unsere Feuerwehr weitgehend den Absperrdienst.

1963
Zwei Gruppen legen die Prüfung für das kürzlich eingeführte Leistungsabzeichen in Bronze ab. Fast pünktlich zum Weihnachtsfest wird von der Bereitschaftspolizei für 586 DM der erste Mannschaftswagen erworben, neu instand gesetzt und für die Zwecke der Feuerwehr umgebaut. Ein seltener Einsatz war in diesem Jahr zu verzeichnen: Wegen des strengen Winters entstand an der Naabbrücke eine Eisschicht von 1,15 m Dicke und bedrohte die Brückenpfeiler. Unsere Wehr erwies sich auch hier als „Mädchen für alles“ und bannte diese Gefahr.

1964
Im Juni 1964 wurde unsere Wehr zu einem Großbrand nach Zeissau gerufen, der erhebliche Teile des Anwesens ReiI vernichtete.

1966
Ein Blitzschlag setzte das Anwesen Pschierer, Unterwildenau, in Sekundenschnelle in Brand. Zusammen mit anderen Wehren gelang es, das Wohnhaus zu erhalten. Im selben Jahr musste die Wehr noch einen Großbrand in Pischeldorf (Kick) bekämpfen.

1968
Der Name Luhe rauschte durch den Blätterwald. Der Grund dafür: Beim Anwesen Knorr, Schöningerstraße, traten in der Naab große Öllachen auf, deren Entstehung sich niemand erklären konnte. Nachdem sich unsere Feuerwehr mehrere Tage als „Olförderer“ betätigte, versiegte der Ölsegen und die Zeit des „Ölscheichtums“ Luhe war vorbei. Bei einem Brand beim Anwesen Josef Frimberger, Luhe, gelang es, wenigstens das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern. Zwei Jugendgruppen errangen das Leistungsabzeichen in Bronze.

1970
Erhebliche Aufgaben kamen bei der glänzenden 700-Jahrfeier des Marktes Luhe (vom 9.-12.7.) auf unsere Feuerwehr mit Brandwache und Ordnungsdienst zu. Ein wichtiges Datum in diesem Jahr: Am 11. Oktober konnte anstelle des alten Gerätehauses, das den Anforderungen eines modernen Löschwesens in keiner Weise mehr entsprach, das neue Feuerwehrhaus mit Gerätehalle und Unterrichtsraum eingeweiht werden.
Das Gerätehaus von 1970 bis 2003

1972
Pünktlich zu Weihnachten übergab Bgm. Andreas Fleischmann den Feuerwehrmännern das neue moderne Löschfahrzeug LF 8 vom Typ Opel Blitz.

1974
Da erster Kommandant Anton Schimetscheck aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wurde Georg Specht 1. Kommandant.

1976
Aus Altersgründen trat der hochverdiente erste Vorstand Josef Schmerber von seinem Amt zurück. Schmerber, der mit Unterbrechung seit 1934 die Geschicke der Feuerwehr als Vorstand und Kommandant leitete und ihr wertvolle Impulse gegeben hat, wird Ehrenvorstand. Für seine unermüdliche Arbeit für die Feuerwehr in schwerer Zeit sei ihm auch an dieser Stelle Dank gesagt. An seiner Stelle wird Anton Schimetscheck zum 1. Vorstand gewählt. In diesem Jahr beklagt die Feuerwehr den Tod ihres Ehrenkommandanten Johann Hirmer und des Schriftführers Rudi Schimetscheck. Wegen langanhaltender Hitze brechen im Luher Forst und in Holzhammer drei große Waldbrände aus, bei denen unsere Feuerwehr vom 30.6. – 1.7. im ununterbrochenen Einsatz stand. Ein Gartenfest in der Halle der Fa. Görner am 31.7. und 1.8. war der gesellige Höhepunkt des Jahres.

1977
Zur Freude der Wehr konnten in der Generalversammlung die Zeugnisse für die bestandene Leistungsprüfung der Stufe l überreicht werden. Schneller als sie glaubte, musste unsere Wehr ihre neu erworbene Fertigkeit unter Beweis stellen. Am Spätnachmittag des 13.6. alarmierte die Sirene den Ort: Großbrand in den Anwesen Rewitzer und Kick in der Lilienstraße. Zusammen mit Feuerwehren der Nachbarschaft wurde der Kampf gegen die Flammen aufgenommen. Wenn auch die landwirtschaftlichen Gebäude dabei nicht mehr zu retten waren, so gelang es doch, an den Wohnhäusern größeren Schaden zu verhindern. 53 Stunden standen die Männer in ununterbrochenem Einsatz, bis der letzte Funke erloschen war. Dieser Großbrand mag charakteristisch sein für den selbstlosen Einsatz unserer Freiwilligen Feuerwehr, und hier soll auch die Gelegenheit wahrgenommen werden, den Männern dafür zu danken, dass sie um der Sicherheit der Allgemeinheit willen viel Zeit und Kraft opfern. Am 29. Juli legte die erste Mädchengruppe im KBI Bereich 1 die Leistungsprüfung der Stufe 1 mit Erfolg ab: Gisela Zeinz, Sigrid Kreller, Christl Fleischmann, Johanna Fleischmann, Gertrud Schmerber, Brigitte Sollfrank, Christa Paulus, Maria Lindner und Gabi Spindler.

1978
Am 1.Mai brach im Anwesen Paulus aus unbekannter Ursache ein Brand aus. Zusammen mit benachbarten Wehren konnte ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert werden. Vom 7.-10. Juli feierte die Luher Wehr ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum. Die Festlichkeiten begannen am Freitag um 18 Uhr mit einem Standkonzert am Marktplatz mit anschließender Totenehrung. Beim folgenden Festabend wurden zahlreiche verdiente Mitglieder geehrt. Für 25 Jahre: Georg Kick, Johann Knorr, Georg Rewitzer, Johann Meier, Johann Schmerber, Eduard Schwarz, Karl Leistner, Alfons Hammerl und Emil Rösch. Für 40 Jahre: Georg Hirmer, Georg Forster, Johann Bacher, Johann Donhauser, Andreas Schmerber, Jakob Schwandner. Der Samstag begann um 16 Uhr mit einer großen Schauübung am Fußballplatz. Aus einem umgestürzten PKW mussten 3 Personen befreit werden. Dabei führte die Feuerwehr Neustadt ihre Rettungsschere vor. Danach zeigte die Feuerwehr Oberwildenau wie ein brennendes Fahrzeug mit Schaum – und die Feuerwehr Neudorf mit Wasser abgelöscht wird. Um 18 Uhr wurde die Festbraut abgeholt. Um 19.30 Uhr wurde der Unterhaltungsabend mit der Festkapelle Willi Demel eröffnet. Am Sonntag erfolgte bereits um 6 Uhr der Weckruf. Nachdem der Patenverein, die Festdamen und die Festbraut eingeholt waren, fand der Gottesdienst statt. Um 14 Uhr setzte sich der Festzug durch den Ort in Gang. Trotz schlechter Witterung fanden sich dazu rund 70 Vereine ein. Ab 17 Uhr sorgte die Festkapelle Willi Demel für Unterhaltung. Zum Abschluss des Festes luden die Verantwortlichen am Montag ab 19 Uhr zu einem Unterhaltungsabend mit Einlagen der OWV-Blaskapelle Luhe ein.
Die Festdamen von 1978: Brigitte Sollfrank, Johanna Fleischmann, Brigitte Rewitzer, Sigrid Kreller, Maria Lindner, Rita Schmerber, Gertrud Schmerber, Marga Schmerber, Gertraud Bauer, Christa Wiedenbauer, Elisabeth Leistner, Christa Paulus, Gabi Spindler, Christine Fleischmann, Martina Gruber, Elfriede Kick, Hannelore Kick, Heidi Frimberger, Martina Stangl, Maria Troidl
Die aktiven Kameraden 1978

1979
In der Jahreshauptversammlung stellt sich Kommandant Georg Specht nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. Michael Braun wird zu seinem Nachfolger gewählt. Sein Stellvertreter wird Hans Kraus. Am 25. August wird von der Bereitschaftspolizei Eichstätt ein gebrauchter DKW-Jeep erworben und zum Feuerwehr-Kommandowagen umgerüstet. Die Finanzierung und der Umbau wurden durch die Feuerwehr selbst übernommen.

1980
Kommandant Michael Braun tritt am 6. September von seinem Amt aus persönlichen Gründen zurück. Am 27. September wird sein bisheriger Stellvertreter Hans Kraus zum neuen Kommandanten gewählt. Zweiter Kommandant wird Werner Forster. Zur Unterbringung des Kommandowagens beginnen die Kameraden mit dem Bau einer weiteren Garage am Feuerwehrhaus. Aus Vereinsmitteln werden Flutlichtstrahler, ein Stromerzeuger und Schutzanzüge beschafft.

1983
Als Ersatz für den DKW-Jeep erwirbt die Wehr einen gebrauchten VW-Bus von der Polizei. Dieser wird wieder in Eigenregie zum Feuerwehr-Einsatzfahrzeug umgebaut. Am 24. Februar wird die Wehr zu einer Suche nach einem ertrunkenen Kind in der Naab alarmiert. Dieser Einsatz dauert vier Tage. Mühevoll müssen die Kameraden auf Booten das Eis der Naab aufbrechen um Tauchern die Sicht zu verbessern.

1984
Infolge eines Ausweichmanövers mit einem PKW geriet ein Tanklastzug mit 28.000 Liter Superbenzin über die Böschung der B 15 bei Naabmühle. An dem Unfall waren fünf weitere Fahrzeuge beteiligt. Für mehrere Feuerwehren des Landkreises und die FF Weiden gab es Großalarm. Zwei Personen mussten mit Rettungsspreizern befreit werden. Der Fahrer des LKW wurde aus seiner Kabine geschleudert und unter dem Fahrerhaus eingeklemmt. Wegen des auslaufenden Benzins bestand äußerste Explosionsgefahr. Der Fahrer musste deshalb in einer mühenvollen und langwierigen Handarbeit ohne Hilfsmittel befreit werden. Außerdem galt es den Tankinhalt umzupumpen.

1985
Am 5.Januar wird unter Vorsitzendem Anton Schimetscheck die Christbaumversteigerung wiedereingeführt. Ihr war ein voller Erfolg beschieden. In der Jahreshauptversammlung einen Tag später wird eine neue Satzung beschlossen.

1986
Vorsitzender Anton Schimetscheck sieht aus Altersgründen nach 13-jähriger Amtszeit von einer Wiederwahl ab. Zu seinem Nachfolger wurde Hans Werner gewählt. Mit der Eröffnung der Autobahn A 93 kommen neue Aufgaben auf die Wehr zu.
Einweisung auf der Autobahn kurz vor der Eröffnung

1987
Am 13. Oktober wurde von der Gemeinde zur turnusgemäßen Wahl der Kommandanten eingeladen. Amtsinhaber Hans Kraus stellte sich aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Die Wahl zu seinem Nachfolger fiel auf Werner Forster. Zu seinem Stellvertreter wurde Christoph Hösl gewählt.

1988
Das Jahr 1988 stand ganz im Zeichen des 110-jährigen Gründungsjubiläums welches unter der Schirmherrschaft von Landrat Anton Binner vom 15.-17. Juli abgehalten wurde. Unter der Regie von Festleiter Hans Kraus und der tatkräftigen Unterstützung seiner unermüdlichen Helfer konnte dieses Jubiläum ein voller Erfolg sowohl für die Vereinsgeschichte als auch für die Kasse der FFW Luhe werden. Prominente Gäste wie Staatsminister August Lang, MdL Benner und Lukas, Landrat Binner sowie der Bürgermeister und noch viele andere Gäste nahmen an der Feier teil. Die Krönung bildete dabei der Festzug am Sonntagnachmittag, bei dem viele Vereinsabordnungen anwesend waren.
Festdamen 1988: Anita Anzer, Andrea Bayerl, Ilona Braun, Angeloka Hofstetter, Gabriela Hösl, Gabi Irlbacher, Gabi Ram, Gerda Schlagenhaufer, Erika Schlosser, Annemarie Schmerber, Tanja Schulze, Diana Schüler, Birgit Sollfrank, Johanna Schwab, Martina Windisch, Monika Schlagenhaufer

Beim Kameradschaftsabend im Gasthaus Tretter wurde Anton Schimetscheck für 40 Jahre und Andreas Beer, Herbert Merold und Georg Specht für 25 Jahre aktiven Dienst durch Landrat Anton Binner geehrt.

1990
Als Ersatz für den in die Jahre gekommenen VW-Kommandowagen konnte vom Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz ein neueres VW-Bus-Modell erworben werden. Den Umbau zu einem Feuerwehr-Mehrzweckfahrzeug erledigten die Kameraden in Eigenregie. Große Hilfe bekamen sie von der Reparaturwerkstätte Kraus.

1992
Vorsitzender Hans Werner stellte sich in der Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Wahl. Ihm folgte Christoph Hösl. Sein Stellvertreter wurde Hans Kraus. Am 7. August kurz vor 19 Uhr stürzte der Viehstall des Anwesens Brunner am Marktplatz ein. Mit Hilfe des Weidner THW`s wurde das Gebäude gesichert um noch einige Tiere retten zu können.

1994
Beim Brand der Schreinerei Weiß-Birner wurde gemäß der Alarmstufe 3 Großalarm für die Feuerwehren der Umgebung ausgelöst. Ein Übergreifen auf den Rest der Werkstatt sowie das Wohnhaus konnten verhindert werden.

1996
Das Jahr begann für die aktiven Kameraden mit einem langwierigen Hochwassereinsatz. In diesem Jahr hielt auch mit der Beschaffung von Funkmeldeempfängern die sogenannte „stille Alarmierung“ bei der Feuerwehr Luhe Einzug. Am 21. März ging für die Luher ein großer Traum in Erfüllung. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 traf unter regem Interesse der Bevölkerung in Luhe ein. Die Firma Ziegler hatte das ca. 150.000 EUR teure, moderne Gefährt auf einem Mercedes-Benz Fahrgestell aufgebaut. Am 22. und 23. Mai fand die offizielle Fahrzeugsegnung statt.

1997
Am 22. November wurde die Luher Wehr zu einem Zimmerbrand in das Anwesen Hagler gerufen. Bei diesem Einsatz konnte sich der erst kürzlich angeschaffte Überdrucklüfter bewähren.

1998
Durch den Feuerwehrverein wird ein gebrauchter, gut erhaltener LKW mit Pritsche als Ersatz für das Mehrzweckfahrzeug erworben. Die Kameraden bauen das Fahrzeug in Eigenleistung zum Versorgungs-LKW um. Anlässlich des 70sten Jahrestages der großen Brandkatastrophe von Luhe am 2.8.1928 fand am 1. August eine große Schauübung am Marktplatz statt. Im ersten Teil führten Kameraden die Brandbekämpfung mit den Mitteln zu der damaligen Zeit vor. Unter den Augen von Hunderten faszinierter Zuschauer mussten die Kameraden bis zur Erschöpfung mittels Handdruckspritze das angenommene Feuer löschen. Im zweiten Teil wurde gezeigt mit welchen Mitteln der modernen Technik die Feuerwehr heute arbeitet und wie so ein Brand rasch und effektiv gelöscht wird.
Löschen wie es früher war…

Beim Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Neudorf konnte die Luher Wehr ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

1999
Der Bauantrag für ein neues Feuerwehrgerätehaus wird gestellt. Das Architekturbüro Ferdinand Hasl aus Neustadt wird mit den Planungen beauftragt.

2000
Um den Gefahren bei Einsätzen auf der BAB A 93 besser begegnen zu können, wird bei der Feuerwehr Luhe der erste Verkehrssicherungsanhänger des Landkreises stationiert. Der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus erfolgt.

2001
Der Schrecken und die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. September gehen auch an der Luher Wehr nicht spurlos vorüber. Auf der ganzen Welt geht die Angst vor dem Milzbrand-Erreger um. Zusammen mit der Oberwildenauer Wehr wird die Feuerwehr Luhe auf den Autobahnparkplatz Grünau gerufen. Ein LKW-Fahrer hatte einen Sack mit verdächtigem „weißen Pulver“ bemerkt. Zwei Trupps unter Pressluftatmer stecken den Beutel in ein luftdichtes Fass. Nach der Analyse in einem Nürnberger Institut kann Entwarnung gegeben werden. Der Neubau des Feuerwehrhauses schreitet voran.

2003
Am 18. Mai wird das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer übergibt Kommandant Werner Forster den Schlüssel für das neue Domizil. Die Weihe erfolgt nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche durch Pfarrer Josef Schön. Die Vereine aus der Marktgemeinde sowie Abordnungen der benachbarten Wehren und zahlreiche Gäste wohnen der Feier bei.
 

2015

Ende des Jahres wird mit dem Erweiterungsbau des Gerätehauses um einen Stellplatz sowie Umkleide- und Bereitschaftsraum begonnen. Pünktlich zu Weihnachten wird am 20.12.2015 der neue Gerätewagen Logistik, GW-L1 aus Freiburg abgeholt und in Dienst gestellt.